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BWA-Kennzahlen

02.03.2010

BWA-Kennzahlen: So sind sie zu lesen


Peter Krosanke,
BWA-Experte
Während Unternehmen in wirtschaftlich guten Zeiten eine fehlende monatliche Betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA) vielleicht verschmerzen können, ist das fundierte Wissen über den betriebswirtschaftlichen Status quo in Krisenzeiten für den Unternehmer ein absolutes Muss. Denn schließlich kann nur derjenige rechtzeitig gegensteuern, der weiß, dass etwas im Argen liegt.

"Viele BWAs basieren auf dem reinen Buchen von Belegen, wie sie hereinkommen. Die Umsätze und Kosten werden somit zwar erfasst, aber keine zeitlichen Abgrenzungen vorgenommen", erklärt Peter Krosanke, BWA-Experte der DATEV eG. So sind in der BWA häufig keine Abschreibungen verbucht oder es fehlt der Aufwand für die Abnutzung des Inventars. Manchmal wird auch der anteilige Aufwand für einmalige Sonderzahlungen wie Urlaubs- oder Weihnachtsgeld nicht erfasst. Dadurch sind die Personalkosten unterjährig zu gering. Auch die Bestandsveränderung fehlt häufig, weil der Umsatz aus verkaufter Ware bereits gebucht wurde, aber der entsprechende Wareneinsatz dagegen fehlt. Dabei ist eine vollständige BWA nicht nur für das kaufmännische Management unerlässlich. Auch für das Gespräch mit der Bank ist sie enorm wichtig.

Die BWA bietet dem Unternehmer viele Möglichkeiten, um die wirtschaftliche Lage seines Unternehmens richtig einschätzen zu können. Dazu müssen aber die einzelnen Kennziffern genau beobachtet und interpretiert werden, gegebenenfalls mit Unterstützung des Steuerberaters. Nur so können rechtzeitig notwendige Maßnahmen ergriffen werden. Wir erläutern daher die wichtigsten Kennziffern zusammen mit dem BWA-Experten der DATEV, Peter Krosanke.

02.03.2010

Die Umsatzrendite


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Die Umsatzrendite ist eine der aussagekräftigsten Kennziffern zum Unternehmenserfolg. Als Prozentzahl zeigt sie, wie viel Euro Gewinn dem Unternehmer im Durchschnitt von 100 Euro Gesamtleistung nach Abzug aller Kosten übrig bleibt. Dabei umfasst die Gesamtleistung sowohl die bereits abgerechneten Leistungen (Umsatzerlöse), als auch die noch nicht abgerechneten und halbfertigen Leistungen (Bestandsveränderungen). Der Blick auf die Umsatzrendite verhindert, dass sich der Unternehmer bei tollen Umsatzsteigerungen ein Zerrbild der tatsächlichen Situation seines Unternehmens vorgaukeln lässt. Mehr dazu

02.03.2010

Die Wareneinsatzquote


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Die Wareneinsatzquote gibt als Prozentzahl ausgedrückt darüber Auskunft, wie viel Waren bzw. Material benötigt wurden, um einen Umsatz bzw. eine Gesamtleistung von 100 Euro zu erzielen. An dem Auf und Ab der Quote lassen sich Änderungen oder Ereignisse im betrieblichen Ablauf ablesen, die für das Ergebnis kritisch werden können, ohne dass dies sofort an der Umsatzrendite abzulesen wäre - beispielsweise weil eine vorübergehende Preissenkung bei den Energiekosten die negative Entwicklung beim Wareneinsatz kompensiert. Voraussetzung für diese Aussagekraft ist, dass zeitnah die Bestandsveränderungen erfasst, Rechnungen geschrieben und beides verbucht wurde. Mehr dazu

02.03.2010

Die Personalaufwandsquote


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Die Personalaufwandsquote informiert über die Produktivität des Mitarbeitereinsatzes. Als Prozentzahl zeigt die Kennziffer, wie hoch die Personalkosten im Vergleich zum Umsatz bzw. der Gesamtleistung sind oder – anders ausgedrückt – wie viel Euro Personalkosten durchschnittlich nötig waren, um 100 Euro umzusetzen. Dabei umfasst der Personalaufwand Löhne und Gehälter, Sozialversicherungsbeiträge, Sonderzahlungen und eventuell Aus- und Fortbildungskosten. Die Quote kann auf Schwachstellen oder Trends in der betrieblichen Entwicklung hinweisen. Mehr dazu

02.03.2010

Bewegungsbilanz und Privatentnahmen


Bewegungsbilanz und Privatentnahmen. Klicken Sie für die Vollansicht
Wo ist das Geld geblieben? Diese Frage stellen sich auch Unternehmer immer wieder, wenn die Konten Schwächen zeigen, obwohl die Standard-BWA doch einen Gewinn ausweist. Die Antwort gibt eine leider oft unbeachtete Auswertung: die Bewegungsbilanz.
Die Bewegungsbilanz zeigt die Veränderung der wichtigsten Bilanzpositionen, also die Veränderung des Vermögens und der Schulden seit Beginn des Wirtschaftsjahres. Auf der linken Seite ist die Mittelverwendung ersichtlich (Wo ist das Geld geblieben?). Sie wird durch eine Erhöhung der Aktiva, zum Beispiel Anlagevermögen, oder eine Minderung der Passiva, zum Beispiel Privatentnahmen, angezeigt. Die rechte Seite gibt Auskunft über die Mittelherkunft (Wo kam das Geld her?), zu erkennen an einer Minderung der Aktiva oder einer Erhöhung der Passiva. Mehr dazu

03.03.2010

Forderungen

Zu viele Offene Posten in der Finanzbuchführung sind gefährlich. Eine Überwachung der Forderungen und deren fristgerechte Begleichung sind für die meisten Unternehmen deshalb überlebenswichtig. In der Regel entwickeln sich Forderungen parallel zum Umsatz, denn sie entstehen mit dem Schreiben der Rechnung. Steigen sie stärker als der Umsatz oder nehmen sie sogar zu, obwohl der Umsatz sinkt, müssen die Ursachen geklärt und Gegenmaßnahmen getroffen werden. Mehr dazu

03.03.2010

Verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten sind in der Betriebswirtschaft das Gegenstück zu Forderungen. Werden eigene Forderungen nicht fristgerecht beglichen, werden Unternehmer schon mal unruhig. Das Bezahlen der eigenen Verbindlichkeiten wird aber gern hinausgezögert. Das ist in mehrfacher Hinsicht nicht empfehlenswert, nicht nur, weil dadurch der Lieferant oder Dienstleister unruhig wird. Mehr dazu

03.03.2010

Liquidität

Eine Form der Betriebswirtschaftlichen Auswertungen ist die Statische Liquidität. Diese Auswertung stellt rückwirkend, und ohne Berücksichtigung der Fälligkeiten, den vorhandenen flüssigen Mitteln und kurzfristigen Forderungen die kurzfristigen Verbindlichkeiten gegenüber. Die Differenz aus Mitteln minus Verbindlichkeiten zeigt die Über- oder Unterdeckung, wobei Letztere hoffentlich durch die Kreditlinie der Geschäftskonten gedeckt war. Werden Mittel durch Verbindlichkeiten dividiert, so ergibt sich der Deckungsgrad. Sind Mittel und Verbindlichkeiten gleich groß, liegt er bei eins. Man spricht dann von einem Liquiditätsgleichgewicht. Unternehmer sollten diesen Deckungsgrad jeden Monat beobachten. Liegt er ständig unter eins, deutet dies auf ein eventuelles Liquiditätsproblem hin. Mehr dazu

03.03.2010

Kontoführung

Ein schwankender Finanzbedarf mit kurzfristigen Zahlungsspitzen wird in der Regel über das laufende Geschäftskonto gedeckt. Mit der Hausbank wird dafür ein Kreditlimit vereinbart, innerhalb dessen das Unternehmen frei über Geldmittel verfügen kann.
Der Kontokorrentkredit ist ein kurzfristiger Kredit. Die Zinsen sind variabel und richten sich nach dem aktuellen Geldmarktniveau. Sie werden nur für den tatsächlich in Anspruch genommen Kredit bezahlt. Die Bank muss allerdings die Mittel für das Kreditlimit in voller Höhe bereithalten. Das ist für sie eine Belastung. Sie kann ein Kreditlimit jederzeit, ohne Einhaltung einer Frist, kündigen. Dieses Risiko sollten Unternehmer im Auge behalten. Mehr dazu

05.04.2010

Kapitaldienstfähigkeit

Wenn es konjunkturell wieder aufwärts geht, ist die Versorgung mit Liquidität, mithin mit Krediten, sehr wichtig. Bei der Prüfung der Kreditunterlagen schauen die Banken insbesondere auf die Kapitaldienstfähigkeit des betroffenen Unternehmens. Auch wenn die Kreditinstitute diese unterschiedlich ermitteln, geht es dabei im Kern um die Frage: Werden aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit genügend finanzielle Mittel erwirtschaftet, um Zins und Tilgung für bestehende und zukünftige Kredite zu zahlen? Mehr dazu

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